Uneinigkeit bei der Pastorenberufung


1884/85 kam es in der kleinen, weniger als 100 Gemeindeglieder umfassenden Gemeinde zu einem heute kaum nachvollziehbaren Streit über das Amtsverständnis der Pastoren. Etwa die Hälfte der Gemeindeglieder – zusammen mit Carl Rocholl – wechselten unter Beibehaltung des Gemeindenamens 1884 zur Ev.-luth. (altluth.) Kirche in Preußen und traf sich weiter in der St. Petri-Kapelle. Ein etwas kleinerer Teil schloss (zusammen mit Ludwig Wilhelm Jahncke) sich der Ev.-Luth. Freikiche in Sachsen und anderen Staaten an und gründete die Bethlehemsgemeinde (ab 1887 in der Großen Barlinge). Ein paar wenige Gemeindeglieder blieben der Hannoverschen ev.-luth. Freikirche treu und fanden sich im „Marthahof“ in der heutigen Kortumstraße zu ihren Gottesdiensten zusammen. 1922 vereinigten sich Marthahof-Gemeinde und St. Petri-Gemeinde wieder unter dem Dach der Hannoverschen ev.-luth. Freikirche. Seit 1972 gehören sowohl St. Petri-Gemeinde als auch Bethlehemsgemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) an.

Heute befinden sich beide Gemeinden in einem guten geschwisterlichen Miteinander, feiern mehrmals im Jahr gemeinsame Gottesdienste und führen Veranstaltungen gemeinsam durch (Kinderbibelwoche, Missionsfest, etc.).


Weitere Informationen zur Bethlehemsgemeinde: www.lutherisch.com
Hinweis: Die unterschiedliche Schreibweise von „evangelisch-lutherisch“ ist auf die jeweilige Selbstbezeichnung der Kirchen zurückzuführen.

Marthahof     Ansicht der ehemaligen „Mädchenbildungsanstalt Marthahof“ in der heutigen Kortumstraße (Hannover, Südstadt). Das Gebäude wurde 1935 abgerissen.
© St. Petri-Gemeinde (Hannover)



Kirche     Ansicht der 1887 geweihten Bethlehemskirche in der Großen Barlinge (Hannover, Südstadt). Die Kirche hat den Zweiten Weltkrieg völlig unbeschadet überstanden. Aquarell nach einer Vorlage von Dietmar Haas (Letter), um 1985.
© Bethlehemsgemeinde (Hannover)



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