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St. Petri - Gemeinde Hannover


Auf ein Wort


Gedenktag der Reformation


Ab diesem Jahr haben wir in Niedersachsen einen weiteren gesetzlichen Feiertag. Mit deutlicher Mehrheit haben die Landtagsabgeordeten den Reformationstag am 31. Oktober dazu erklärt. Das ist erfreulich für alle, denen die bisherigen arbeitsfreien Tage nicht ausreichten. Und lutherische Christen können dankbar sein, dass das Reformationsgeschehen damit jedes Jahr wieder deutlicher ins öffentliche Bewusstsein gebracht wird. Doch wurde das nicht gerade im vergangenen Jahr als Jubiläum ausgiebig gefeiert? Und 10 Jahre lang zuvor wurden wir schon auf Dr. Martin Luther,

auf sein Leben und Wirken hingewiesen.

Wäre es dann nicht angebracht, sich an  dem neuen Feiertag auch an andere Reformatoren und deren Anteil an der Erneuerung der Kirche zu erinnern? Martin Luther war ja nicht der Erste, der merkte, dass sich die Kirche von ihrer Lebens- und Glaubensgrundlage, der Heiligen Schrift, entfernt hatte und darum darauf zurückverwiesen werden musste. Vor ihm waren zum Beispiel John Wyclif in England und Johannes Hus in Böhmen für die Bibel als letzte Autorität für den Glaubens eingetreten. Und in der Schweiz hatten Ulrich Zwingly und Johannes Calvin couragiert darum gerungen, die Kirche wieder an den Lehren auszurichten, die sie in der Heiligen Schrift fanden.

Eindrücklich ist auch bereits im Alten Testament eine Reformation beschrieben (2. Könige 22 und 23): König Josia ließ den Tempel renovieren, der kaum noch genutzt wurde, weil das Volk Israel auf den Bergen Heiligtümer und Altäre für heidnische Götzen errichtet hatte. Beim Aufräumen im Tempel fand man unerwartet, verborgen unter Gerümpel das Buch mit den Gesetzen, die der lebendige Gott seinem Volk durch Mose gegeben hatte. Vorbildlich wurde nun der Gottesdienst reformiert - auf der Grundlage der Heiligen Schrift!

Und nicht zu vergessen ist am Reformationstag der Reformator aus Nazareth: Mehrmals erinnerte Jesus die selbstgerechten Pharisäer und Schriftgelehrten an das aufgeschriebene Gotteswort: „Hab ihr es etwa nicht gelesen?“ Er, der selbst dass Wort Gottes ist, hat damit nicht nur auf den rechten Gottesdienst gedrungen, hat nicht nur eigenhändig aus dem Tempel gejagt, was dort nicht hingehörte. Jesus Christus hat vor allem durch den Neuen Bund ein neues Volk Gottes  geschaffen. Seine Reformation dauert an; sie geschieht immer, wenn Sünder zu neuen Geschöpfen werden. Sie wird erst abgeschlossen sein in der neuen und ewigen Welt, in der Gegenwart Gottes, so wie sie am Anfang der Schöpfung gewesen war.


Mit herzlichem Segenswunsch, Pfarrdiakon Siegfried Zülsdorf