Unsere Stadt © Datenschutz | Nutzungsbedingungen


Willkommen auf der Homepage der

St. Petri - Gemeinde Hannover


Auf ein Wort

Auf ein Wort von Pastor Gottfried Heyn


Liebe Leserinnen und Leser unseres Gemeindebriefes,

für gewöhnlich kennen wir einige alttestamentliche Weissagungen, die am Heiligabend von den Kindern aufgesagt werden aus den Büchern der Propheten Jesaja, Micha und Sacharja. Und irgendwie sind das jedes Jahr dieselben. Es gibt aber viel mehr Hinweise und Vorhersagen im Alten Testament auf den kommenden Messias. Sie sind nicht alle gleich deutlich und gleich gut verständlich. Und sie beschränken sich auch nicht auf die prophetischen Bücher.

Eine solche Weissagung, die die christliche Kirche seit alter Zeit auf Jesus Christus hin gedeutet und ausgelegt hat, steht im 1. Buch Mose im 49. Kapitel: Juda, du bist’s! Dich werden Deine Brüder preisen. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Nacken sein, vor dir werden deines Vaters Söhne sich verneigen. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hochgekommen, mein Sohn, vom Raube. Wie ein Löwe hat er sich hingestreckt und wie eine Löwin sich gelagert. Wer will ihn aufstören? Es wird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis dass der Held komme, und ihm werden die Völker anhangen.

Juda wird als junger Löwe bezeichnet. Wer schon einmal eine große Raubkatze, einen Löwen gesehen hat, wie er sich herrschaftlich hinlegt, die Vorderpranken grazil vor sich gelagert, den Kopf erhoben, die Ohren lauschend und hellwach in die Luft gestreckt, der weiß, was für ein Bild hier gemeint ist. Das auffällige an dem Segenswort über Juda ist, dass ihm als einzigem Sohn Jakobs königliche Attribute zugesprochen werden. Aus dem Stamm Juda ist Jesus Christus hervorgegangen, der Sohn Gottes, der im Stall von Bethlehem von der Jungfrau Maria geboren wurde.

Und das ist offenbar der Grund, warum die christliche Kirche dieses Segenswort, das Jakob über seinen Sohn Juda spricht, als Hinweis auf den angekündigten Messias gedeutet hat.

Es bleibt alles undeutlich und unverständlich und rätselhaft, solange man nicht weiß, was oder wer damit gemeint ist. Aber aus dem Rückblick und dem biblischen Gesamtzusammenhang können wir sehr gut erkennen, dass Gott schon damals die Erlösung von uns Menschen im Blick hatte.

Das ist das wirklich Wichtige an der Weihnachtsgeschichte, dass wir begreifen, dass Gott aus freien Stücken entschieden hat, seinen Sohn zu uns und zu unserer Erlösung zu senden – über unser Bitten und Verstehn!

Alle unsere adventlichen Schriftlesungen, die uns auf das Fest der Geburt unseres Herrn vorbereiten, haben den gleichen Grundton: Es ist Gottes Wille, sein Entschluss, seine Entscheidung. Unser Beitrag dazu ist keiner, null, nichts, gar nichts.

Lass dich in dieser Adventszeit neu dazu einladen: Gott will dich mit seiner Ankunft beschenken. Sein Sohn Jesus Christus ist der Herrscher der Welt, der nicht nur das Zepter in der Hand hält, sondern er ist der Held, der dich und dein Leben rettet.

Und es ist Gottes ganz besondere Art, dass es ihm gefallen hat, diesen Held aus dem Stamm Juda hervorgehen zu lassen, in ärmlichsten Verhältnissen, von kleinauf ein Flüchtling und am Ende hingerichtet wie ein Verbrecher. Aber sein Zepter wird nicht von ihm weichen und ihm werden am Ende die Völker anhangen.

Ich wünsche Ihnen/Euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

Pastor Gottfried Heyn