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St. Petri - Gemeinde Hannover


Auf ein Wort


Liebe Leserinnen und Leser,

Jesus rief: Ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll. (Joh 12,49)


In dem Roman „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben das Fremdwort „Parlamentär“ gelesen. Ein Parlamentär ist ein Unterhändler, ein Vermittler. In dem Roman wird er als Vertreter der regulären Schiffsbesatzung zu den Piraten geschickt, um mit ihnen über eine friedliche Einigung zu verhandeln. –  Auch heutzutage begegnen uns ab und zu Parlamentäre, bei Banküberfällen mit Geiselnahme zum Beispiel. Da wird dann ein Vertreter der Polizei zu den Geiselnehmern geschickt, der mutig genug ist und sich traut. Der soll eine möglichst friedliche und unblutige Beendigung der Geiselnahme erreichen.

Ein solcher Parlamentär hat zwar einen bestimmten Spielraum in seiner Art der Verhandlungsführung, aber grundsätzlich kann er nur sagen, was der Einsatzleiter ihm aufgetragen hat.

Gott hat zu Weihnachten seinen Sohn zu uns geschickt. Der ist so etwas wie ein Parlamentär zwischen Gott und den Menschen. Und er redet wie ein Parlamentär, nämlich im Auftrag Gottes.

Der Evangelist Johannes hat uns diese Rede des Unterhändlers Jesus überliefert.

Zu Anfang seiner Rede stellt Jesus gleich klar, dass er im Auftrag des Allerhöchsten zu uns kommt. Der lebendige Gott selbst schickt einen Vermittler zu uns, um uns ein Angebot zu machen. Diese Klarstellung ist darum so wichtig, weil es immer wieder vorkommt, dass Jesus zu einem in irgendeiner Weise vorbildlichen Menschen gemacht wird. Aber dass hinter ihm der Schöpfer der Welt steht, dass blenden viele lieber aus. –

Es ist ja auch so schwer verständlich, dass es auf der anderen Seite ein Gegenüber für uns gibt, das so ganz anders ist, als alle unsere Artgenossen. Wenn wir an die Menschen denken, die uns sonst gegenübertreten, dann haben die zwar so ihre Eigenheiten und kleinen Macken. Aber grundsätzlich wissen wir, wie die „ticken“, wie die „funktionieren“. Sie sind eben Menschen wie wir und kochen „auch bloß mit Wasser“.

Anders ist das bei Gott. Er ist der ganz Andere, hat Karl Barth einmal formuliert. Er handelt ganz anders mit uns, als wir es von Mitmenschen gewohnt sind. Er kommt als Licht in diese Welt. Und vor diesem Licht kann die Finsternis nicht bleiben. Sie flieht. Sie verflüchtigt sich. Die Finsternis in deinem Leben und in deinem Herzen bleibt nicht, wenn Jesus darin einzieht. Denn er selbst ist das Licht. Er ist viel schöner als die Sonne, die wir jetzt im Winter so oft vermissen. Und er strahlt viel besser als jede superhelle Flutlichtanlage im Stadion. Wo das Licht Gottes in einem Leben scheint, da verschwinden die dunklen, bedrohenden Mächte, die einem Angst machen, die einem das Herz schwer machen, die einen krank machen und niederdrücken.

Wir haben das große Glück, von dem Licht Gottes beschienen zu werden, in seinem Lichtkegel zu sein. Das ist die grundlegend andere Weise Gottes, mit uns umzugehen.

Wir brauchen dafür gar nichts zu tun. Weder uns bei den Stadtwerken anzumelden, noch den Lichtschalter zu drücken. Gott kommt in Gestalt seines lieben Sohnes als Licht zu uns, das uns bescheint, das uns wärmt, dass die Finsternisse aus deinem und meinem Leben vertreibt.

Der Glaube an Jesus, das Licht der Welt, führt aus aller Finsternis. Der Glaube ist also keine Tat. Er ist nichts, was wir machen müssen! Sondern glauben heißt, sich von dem Licht Gottes bescheinen zu lassen.

Liebe Leserinnen und Leser, in dem Roman „Die Schatzinsel“ erreicht der Parlamentär nicht das gewünschte Ergebnis. Es kommt zu einer blutigen Auseinandersetzung und am Ende werden nur Teile des gesuchten Schatzes gerettet.

Anders ist es bei Gott. Sein Parlamentär Jesus Christus ist erfolgreich. Er strahlt seit Weihnachten als göttliches Licht in unsere Welt. Die blutige Auseinandersetzung zwischen Gott und uns Menschen hat er durch seinen Tod am Kreuz beendet. Den Schatz aber hat er voll und ganz gerettet durch seine sieghafte Auferstehung. So wie er zum ewigen Leben gelangt ist, werden auch wir das ewige Leben in Gottes Herrlichkeit erreichen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit im Licht unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus!


Pastor Gottfried Heyn